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01.06.2009, 11:00 Uhr
Finissage
Natias Neutert
Die Schnäbel des Staunens füttern

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Einflüsse und Übertragungen

Wussten Sie, dass das Grimm’sche Märchen von „Hase und Igel“ gar kein Märchen ist, sondern eine Fabel, und dass diese Fabel nicht nur in Buxtehude und umzu erzählt wird, sondern auch im nahen und ferneren Osten? Und dass die Hase-Igel-Geschichte damit keineswegs allein steht, sondern zu einer beachtlichen Gruppe von Fabeln gehört, die im Orient genauso bekannt sind wie in unseren Breiten? Und das oftmals nicht sicher zu klären ist, ob diese Texte vom Osten in den Westen oder vom Westen in den Osten gewandert sind oder beide aus einer gemeinsamen „Mitte“ stammen?

Fest steht: So bekannte Fabeln wie die von der undankbaren Schlange (die ihren Wohltäter vergiftet), vom gierigen Hund am Wasser (der seinen Knochen an sein Spiegelbild verliert) oder von der „fliegenden“ Schildkröte (die aus Hochmut zu Tode stürzt) finden wir sowohl in der griechischen Fabelsammlung des sagenhaften Aesop aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert als auch in einem Fabelbuch des ebenso sagenumwobenen indischen Gelehrten Bidpai („Tantrākhyāyika“ / “Pañcatantra“ aus dem 3.-5. Jahrhundert). Seit dem 8. Jahrhundert fand die indische Fabelsammlung in arabischer Übersetzung - unter dem Titel „Kitāb Kalīla wa-Dimna“ („Kalila und Dimna“) - im Orient und gesamten Mittelmeerraum und bald auch darüber hinaus weiteste Verbreitung.