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01.06.2009, 11:00 Uhr
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Natias Neutert
Die Schnäbel des Staunens füttern

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Die Rezeptionsgeschichte der Fabelsammlung in Europa

Wichtige Stationen der frühen Rezeptionsgeschichte von „Kalila wa-Dimna“ in Europa sind die Übersetzungen ins:

Unter den von der lateinischen Fassung ausgehenden volkssprachlichen Übersetzungen in Europa kommt im deutschen Sprachraum vor allem der Übertragung des Antonius von Pforr († 1483) besondere Bedeutung zu: „Bůch der byspel der alten wysen von geschlechten der welt“. Das Werk erschien von ca. 1480 bis 1600 in 18 Auflagen bzw. Neudrucken und wurde zur Grundlage der Übertragung in Nordwesteuropa. Nach 1600 brach die Rezeptionsgeschichte in Deutschland von „Kalila wa-Dimna“ zunächst ab.

Erst im späten 17. Jh. wurde die Sammlung wieder in den Blick gerückt – vor allem durch Jean de La Fontaine (1621-1695), der in die letzten sechs Bücher seiner zwölf Bücher umfassenden „Fables“ (Buch 7-11: 1678/79, Buch 12: 1693) vor allem Texte aus „Kalila wa-Dimna“ aufnahm und in Versform bearbeitete. Durch die Vermittlung La Fontaines (genauer: durch Übersetzungen und Bearbeitungen seiner „Fables“) wurden die arabischen Fabeln – deren Herkunft freilich nicht immer angegeben wurde – außer in Frankreich auch bald in Italien, Spanien, England, Russland und Deutschland weiten Kreisen bekannt. In Deutschland lassen sich – via La Fontaine – Spuren von „Kalila wa-Dimna“ u. a. bei Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769), Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) und Gottlieb Konrad Pfeffel (1736-1809) feststellen. Eine grundlegende, umfassende Untersuchung der direkten oder indirekten „Kalila wa-Dimna“-Rezeption in Deutschland steht noch aus.