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01.06.2009, 11:00 Uhr
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Natias Neutert
Die Schnäbel des Staunens füttern

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Die Fabelsammlung „Kalila wa-Dimna“

Das Werk geht zurück auf ein altindisches (um 500 abgeschlossenes) Fabelbuch, das im 6. Jh. ins Mittelpersische (Pahlavi) übertragen wurde. Die altindische Grundfassung ging verloren.

Die unter dem Namen „Pantschatantra“ bekannte indische Version des Fabelbuchs stellt eine spätere eigenständige Bearbeitung der ursprünglichen Sanskrit-Dichtung dar.

Auch die Pahlavi-Übersetzung ist verloren. Ihr Text ist jedoch in zwei frühen Übertragungen – einer ins Altsyrische und einer ins Arabische – erhalten. Die Übersetzung ins Altsyrische (um 570) gibt den Text der Vorlage recht getreu wieder, ist aber nur in einer späten, unvollständigen Handschrift (um 1500) überliefert. Aus dem 8. Jh. stammt die Übertragung ins Arabische von ‘Abdallā ibn al-Muqaffa‘ (ca. 720-756/57): „Kalila wa-Dimna“. Diese Übersetzung fand sehr schnell in der gesamten arabischen Welt weiteste Verbreitung.

Da „Kalila wa-Dimna“ die altindische Grundfassung des Fabelbuchs offenkundig weitaus getreuer widerspiegelt als das in Indien selbst entstandene „Pantschatantra“ und da die altsyrische Übersetzung aufgrund ihrer unvollständigen Überlieferung nur bedingt Quellenwert besitzt, kommt der arabischen Fassung textgeschichtlich die höchste Bedeutung zu. Von daher erscheint es logisch und konsequent, „Kalila wa-Dimna“ ins Zentrum der Ausstellung zu rücken. In der arabischen Version wurde das orientalische Fabelbuch im gesamten Mittelmeerraum und in Zentraleuropa rezipiert.